Warum stirbt jeder nur einmal?

Diese Frage bringt mich direkt zu einer Weiteren: Wie traurig wäre es, wenn es nicht traurig wäre? — bitte kurz wirken lassen.

Dass wir sterben, bedeutet auch: Wir haben gelebt.
Wir haben Freude, Leid und unzählige gute wie schlechte Momente geteilt. Menschen sind ein Stück des Weges mit uns gegangen – manche nur kurz, andere für eine gefühlte Ewigkeit. Wir haben geweint, gelacht, getanzt – und vielleicht manchmal daran gedacht, dass es nicht für immer so bleiben wird. Beängstigt schieben wir diesen Gedanken oft schnell beiseite. Denn das Unausweichliche erscheint uns unvorstellbar.

Doch lassen wir ihn für einen Moment zu: Wir werden sterben. Irgendwann wird es keinen nächsten Tag mehr geben. Und die Menschen, die wir zurücklassen, werden mit der Trauer weiterleben. Vielleicht haben wir selbst diese ganze Wucht an Emotionen schon einmal erlebt. Jeder geht anders damit um, und jeden trifft es auf seine eigene Weise.
Manche stellen nach einem Abschied ihr Leben auf den Kopf, hinterfragen Gewohnheiten, leben bewusster. Andere versinken in tiefer Trübseligkeit und finden nur schwer zurück.

Und doch stirbt jeder von uns nur einmal.
Stellen wir uns einmal bewusst vor, wir kämen immer wieder – und müssten immer wieder sterben. Was für eine emotionale Achterbahnfahrt, welch unermessliche Belastung. Wüssten wir die Momente noch zu schätzen? Wenn wir wüssten, dass jeder zurückkehrt und irgendwann wieder geht – würden wir die besonderen, die kostbaren Augenblicke noch wahrnehmen?
Die, aus denen wir Kraft schöpfen, die das Leben lebenswert machen, die die Freude so unbändig sein lässt?

So schwer es uns fällt, loszulassen, Abschied zu nehmen und den Lauf des Lebens zu akzeptieren – genau darin liegt auch die Weisheit. Sie zeigt uns das Wunderschöne in diesem Leben, auf dieser Erde, in diesem einen Dasein, das wir haben.